Generation Netz-Naiv

Stefan Weber

“Zweifelhafte Informationen in einem Bestseller und ein vermutliches Plagiat im Spiegel verweisen auf den schmalen Grat zwischen schlechter Internet-Recherche und Plagiat

Wie gut, dass die Autoren des aktuellen Bestsellers [extern] “Generation Doof” gleich im Vorwort klarstellen, selbst zur Generation Doof zu gehören. Insofern kann man ihnen jene Praktiken kaum vorwerfen, die BILDblog jetzt [extern] aufgedeckt hat: Haben die Autoren für ihr Buch schlecht recherchiert oder sogar plagiiert? So oder so – bezeichnend für die “Generation Doof” ist die unhinterfragte, quellenunkritische Übernahme jedweder Information aus dem Internet: das Zusammenfallen von Netzinformation und Wirklichkeit

In den vergangenen Tagen geisterte die Sequenz als Leitbeispiel für die Vertrottelung der Deutschen durch zahlreiche Medien: Eine Kandidatin der RTL-Show “Wer wird Millionär?” habe sich bei der Frage, wie der Vorname von “George W. Bush” heißt, für “Edmund” entschieden. Die “Readers Edition” hievte das Fallbeispiel gar auf den Olymp der Mediengeschichte. …

In der gestrigen Kerner-Show  (19. 2. 2008, ju)  tauchte das Beispiel erneut auf, allerdings mit Kerners kleinlauter Abschwächung “wenn’s denn wirklich so war”. Denn augenscheinlich steht seit längerem fest, dass das Beispiel auf einem Internet-Fake basiert, der [extern] hier zu finden ist – samt Diskussion, ob der Fall nun authentisch ist oder nicht. Von BILDblog wurde der Fake-Charakter der Screenshots bereits vor knapp einem Jahr [extern] geoutet.” mehr

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