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ZitateAUS DEM ZITATENKÄSTCHEN
Ein Mensch ohne Phantasie ist wie ein Vogel ohne Flügel. (RAABE) * Und selbst wenn eines Tages nicht mehr geschrieben und gedruckt werden wird oder darf, wenn Bücher als Überlebensmittel nicht mehr zu haben sind, wird es Erzähler geben, die uns von Mund zu Ohr beatmen, indem sie die alten Geschichten aufs neue zu Fäden spinnen: laut und leise, hechelnd und verzögert, manchmal dem Lachen, manchmal dem Weinen nahe. (GRASS in seiner Nobelvorlesung) * Wir schreiben … um unser Bewußtsein vom Leben zu vertiefen … wir schreiben, um das Leben zweimal zu kosten: im Augenblick und in der Rückschau … wir schreiben, um unser Leben zu transzendieren, um darüber hinauszugreifen … um uns selbst zu lehren, mit anderen zu sprechen, um die Reise in das Labyrinth aufzuzeichnen … um unsere Welt zu erweitern, wenn wir uns stranguliert fühlen, eingeengt und einsam … Wenn ich nicht schreibe, fühle ich, wie meine Welt schrumpft, ich fühle mich in einem Gefängnis. Ich empfinde, wie ich mein Feuer und meine Farben verliere. (Anais NIN) * Man sollte eigentlich nur das ein Buch nennen, was etwas Neues enthüllt. (LICHTENBERG) * Es sind zuverlässig in Deutschland mehr Schriftsteller, als alle vier Weltteile überhaupt zu ihrer Wohlfahrt nötig haben. (LICHTENBERG) * So ist es auch mit unseren Autoren: Die meisten verstehen von Literatur so wenig wie Vögel von Ornithologie. (REICH-RANICKI) * Was eigentlich den Schriftsteller für den Menschen ausmacht, ist, beständig zu sagen, was der größte Teil der Menschen denkt oder fühlt, ohne es zu wissen. Der mittelmäßige Schriftsteller sagt nur, was jeder würde gesagt haben. (LICHTENBERG) * Einen Schriftsteller macht seine Fähigkeit aus, an die Echtheit der Kröten in einem erfundenen Garten zu glauben. (nach Marianne MOORE) * Wenn Sie finden, daß Schreiben schwer ist, so hat das einen einfachen Grund: es ist schwer. (William ZINSSER) * Der Ausleger muß den Autor besser verstehen als er sich selbst verstanden hat. (SCHLEIERMACHER) * Der hat's wahrhaftig als Poet nicht hoch hinausgetrieben, in dessen Liedern mehr nicht steht, als er hineingeschrieben. (GEIBEL) * Demokratisch ist es, den "kleinen Kreis der Kenner" zu einem großen Kreis der Kenner zu machen. Denn die Kunst braucht Kenntnisse. (BRECHT) * … kein Zweifel, ein hochinteressantes, ein brillantes Buch. Ich habe es nach dreißig Seiten weggelegt, weil es unaussprechlich langweilig war. (REICH-RANICKI) * Seine Bücher waren alle sehr nett, sie hatten auch sonst wenig zu tun. (LICHTENBERG) * Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraus gucken. (LICHTENBERG) * Wenn ein Autor behauptet, er habe im Rausch der Inspiration geschrieben, lügt er. Genie ist zehn Prozent Inspiration und neunzig Prozent Transpiration. (ECO) * Ich glaube, dass ich ein Arbeiter, ein Handwerker bin. Schreiben ist für mich nicht so sehr eine Sache der Stimmung. (DÜRRENMATT) * Schreiben ist eine Arbeit so hart wie Holzhacken. (SIMMEL) * … Obwohl das Schreiben nichts bringt, es ist die härteste und die am schlechtesten bezahlte Arbeit, Holzhacken bringt mehr. (MESSNER) * Schriftsteller arbeiten immer, sie hören niemals auf. (Edna O'BRIEN) * Durch Schreiben wurde ich geboren. (SARTRE) * Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt / Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide.. (GOETHE) * Mir geht es so, wie Graham Greene es einmal ausgedrückt hat: Ich sitze an der Schreibmaschine und verblute. (Hildegard KNEF) * Ich staune immer, wenn ich irgend etwas zu Ende bringe. Ich staune und bin deprimiert. (PESSOA) * Isolation ist das erste Prinzip künstlerischer Ökonomie. (JOYCE) * Liebe deinen Leser wie dich selbst. (Wolf SCHNEIDER) * Je mehr ich las, umso näher brachten die Bücher mir die Welt, umso heller und bedeutsamer wurde für mich das Leben. (GORKI) * Heute morgen habe ich ein Komma entfernt, und heute Nachmittag habe ich es wieder eingefügt. (WILDE) * Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein. (Philip ROSENTHAL) * Arbeiten Sie jeden Tag, gleichgültig, was geschieht. (HEMINGWAY) * An manchen Tagen sind die Worte weg. Ich sage: Kommt her. Und sie kommen nicht. (Güney DAL) * Wenn die Gedanken ausgehen, male ich Rössel. (SCHILLER) * Zucht bringt Frucht. (HARSDÖRFFER) * Immerzu arbeiten. (RODIN) * Wenn ein paar tröstliche Zeilen auf dem Papier stehen, ist die Schlacht schon halb gewonnen. (WYATT) * Es ist wie Angeln. Aber ich brauche nicht lange zu warten, denn es ruckt immer - und dann heißt es aufnahmebereit sein. Am Anfang ist mir jeder Einfall recht. Es fällt uns zwangsläufig immer etwas ein, denn wir können nicht aufhören zu denken. (STAFFORD) * Ich finde nicht, daß ein Künstler sich mit Gedanken an sein Publikum belasten sollte. Sein bestes Publikum ist der Mensch, dessen Gesicht er allmorgendlich im Rasierspiegel erblickt. (NABOKOW) * Wer aber nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben. (GOETHE) * Ein jeder, der schreibt, ist zu loben; er könnte Schlimmeres tun. (Uwe K. Ketelsen) * Aut prodesse volunt aut delectare poetae. (Entweder nützen oder erfreuen wollen die Dichter.) (HORAZ) * Aut simul et iucunda et idenea dicete vitaei. (Sie wollen zugleich, was erfreut und was nützlich fürs Leben ist, sagen.) (HORAZ) * Schreiben Sie über das, was Sie interessiert, schreiben Sie über das, was Sie gerne wissen wollen. (Edna Annie Proulx) * Alles auf der Welt ist dazu da, um in einem Buch zu münden. (MALLARMÉ) * Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit. (CONRAD) * Ein Dichter ist einer, der über alles erstaunt ist. (MALLARMÉ) * Gib dich jedem Eindruck hin! Öffne dich! Lausche! Geh immer vom Kern der Sache aus, schwimm im Meer der Sprache! (KEROUAC) * Am Ende ist das Leben doch zu schade, um nicht darüber zu schreiben. (Ralf ROTHMANN) * Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen. (GOETHE) * Wovon Schreiben handelt: das Eigene im Fremden zu deponieren. (MUSCHG) * Alles, was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen. (WITTGENSTEIN) * Wovon man nicht theoretisch sprechen kann, darüber muss man erzählen. (ECO) * Wer's nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er's klar sagen kann. (POPPER) * Die Aufgabe von Literatur ist es, in einer fiktiven Welt die Wahrheit zu finden, und nicht auf der Jagd nach dem Mammon intellektuellen Betrug zu begehen. (Stephen KING) * Eine neue Erkenntnis muß so gesagt werden, dass man glaubt, die Spatzen auf dem Dach hätten nur durch einen Zufall versäumt, sie zu pfeifen. (Karl KRAUS) * An sich ist kein Ding gut oder böse, erst die Sprache macht es dazu. (SHAKESPEARE) * Denkt was ihr wollt, aber denkt es auf eine Weise, dass jedes Wort allen verständlich sei. In einer völlig klaren und einfachen Sprache kann man nichts Schlechtes schreiben. (TOLSTOI) * Die Flöhe und Wanzen / die gehören auch zum Ganzen. (GOETHE) * Ist es nicht idiotisch, viele Monate auf das Schreiben eines Buches zu verwenden, wenn man an jedem Kiosk für ein paar Dollar eines kaufen kann?" (MARK TWAIN) Aus: Jutta Miller-Waldner und Horst Dinter: Am Anfang war die Phantasie. Über das Geheimnis des Schreibens. Zitate abgedruckt in IGdA-aktuell H. 2 und 3 (2002), H. 1 bis 4 (2004) Weitere Zitate unter http://juttas-schreibblog.blogspot.com |