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Werner Saemann ![]() Er erlebte das Kriegsende in Nürnberg und Insingen. Wurde Dekorateur und Graphiker in Nürnberg und Stuttgart. Trat 1958 in das Studium der Theologie in Neuendettelsau und Erlangen ein, mit Vikariat und Ordination in Tirschenreuth. 1967 Auswanderung mit Familie zum Dienst in der “Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien”. 1972 Rückkehr wegen eines schweren Verkehrsunfalles. Dienstjahre in Unter- und Oberfranken, zuletzt im Diakonischen Werk in Coburg.Heute im Ruhestand. Sein erstes Buch, “Das bunte Leben” ist die erste Veröffentlichung seiner Liebe zu Sprache und Lied. Eigene Zeichnungen und Aquarelle sind mit dabei. Das Buch umspannt 44 Jahre, doch der Schwerpunkt liegt in jüngster Zeit – und ist noch nicht sein letztes Wort. Sein zweites Buch, "DER ERDE ENTRISSEN", ist Mitte 2005 im Helmut Seubert Verlag in Nürnberg erschienen (Gedichte, 129 Seiten, Preis 10.- Euro ( ISBN 3-926849-31-2 )). ![]() Das Titelbild zeigt eine Vollplastik, die er für die Ausstellung "Macht Frieden" gefertigt hatte und die in der Jahresausstellung des Kunstvereins Coburg e.V. im Herbst 2005 zu sehen war; dazu gehört das Gedicht "Modern(d)er Krieger" S.12. Der Gedichtband enthält ein Begleitwort von Rüdiger Jung. Altholz und Eisen vom fleißigen Menschen der Erde entrissen zum Krieger gestaltet erscheint er veraltet. Sein Schwert ist kein Schwert sein Dolch kein Dolch Strohmesser die Hippe nur lächerlich ist er ein leeres Gerippe. Von Kriegen unstillbar gebläht ist sein Darm. Herz hat er keines nur sinnlose Räder und nur einen Arm. Blind steht er in Ketten erstarrt in der Pflicht. Sein Kopf ist nur klein mehr braucht er nicht um Krieger zu sein. 17. 2. 2002 Leseprobe II.
Beim ChefMein lieber Michel, so übel geht es ihnen doch gar nicht. Sie sind nur noch sehr ungeübt im solidarischen Lohnverzicht. Wir stehn am Anfang der Reformen. So viel brauchen sie nicht zum Leben. Die Wirtschaft liegt in ihrer Hand. Sie müssen nur mehr Geld ausgeben! Schaun sie doch uns an - das mit der Kündigung müssen sie verstehen - wir machen in Deutschland kaum mehr Gewinne! Sie könnten auch in ein Billigland gehen. Arbeit wird es immer geben. Herr Michel, wir sind schon nahe dabei. Uns allen könnte es besser gehen. Sie wählen wahrscheinlich die falsche Partei. Jawohl, Herr Chef, da kann man nichts machen - Sie haben schon so viel für uns getan - Zum Letzten dann, pack ich meine Sachen. 25. 2. 2005 Leseprobe III.
Im WegeWer kann sicher sein sie gingen uns nichts an diese beiden Bäume? Die in der Erde eng verwurzelt waag- und senkrecht Halt und Nahrung fanden. Die unzertrennlich unter allem Wetter lind und türkis grünten. Zwei Liebesengel - die jung und himmelhoch an meiner Straße standen. Mich bewegte ihr Berühren strich ich die zarte Birkenhaut den warmen Föhrenstamm. Doch wie erschrak ich - angesichts der Leere über zwei blutenden Stümpfen! Gefällt, nur damit wir die Kurve besser kriegen - bis wir selbst im Wege sind. 4. 11. 2001 Leseprobe IV.
LindenblüteGanz oben in den Wipfeln Blütenblätter verlieren sich Himmel und Erde verschmelzen Nur der Wind wiegt wärmend In Wolken seinen süßen Duft Über uns verschwenderisch Wir kommen niemals dahin In diese lichten Wohnungen Ganz oben in den Wipfeln 27. 6. 2003 Leseprobe V.
In OrdnungMir gefällt es am Besten wo nicht viel los ist wo das Wichtigste an seinem Platz: Mein Kopf auf mir ich auf dem Stuhl mein Stuhl im Gras Gras auf der Erde Erde an der Sonne Sonne in der Milchstraße und die Milchstraße ist auch nicht allein - Das Wesentliche geschieht lautlos und kostet rein gar nichts. 9. 5. 2003 Leseprobe VI.
Freundschaft Wer wärst du - ohne das Klingen und Reifen gleichartiger Seelen ohne den Reichtum gemeinsamen Suchens? Wer wärst du - ohne die Freude der Herzen die Wärme der Treue das Treiben und Tauschen der tiefsten Gedanken? Wie kämst du - aus anderem Hause stammend zur Glut des Vertrauens vereinigter Flammen ohne die Freundschaft? Wie unreif müsstest du bleiben, vereinsamt verirrt, vegetierend schon tot in dir selber ohne jemals zu blüh'n. 1. 1. 2002 Leseprobe VII.
LosWirf die Münze Egal wie sie fällt Bleib in der Sonne Die Erde dreht sich Fliege dagegen Du entkommst nicht Denke vorwärts Das Leben kreist Säe und ernte Was stirbt, das lebt Ziehe den Kürzern Habe nur Mut Wirf die Münze Es gilt jede Seite 23.10. 2001
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